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n8n mit MCP: Systeme anbinden, ohne Schlüssel in den Workflow zu legen

Kurz: n8n kann über den Knoten „MCP Client“ Werkzeuge eines MCP-Servers aufrufen, deterministisch und ohne Sprachmodell. Mit JanuaPort als MCP-Server liegen die Zugangsdaten zu Ihren Systemen nicht mehr in n8n, sondern im Tresor beim Kunden. Der Workflow bekommt einen eigenen Token mit genau den Werkzeugen, die er braucht, und jeder Aufruf steht im Protokoll.

Stand: 11. Oktober 2026 · JanuaPort 0.73.1 · erprobt mit n8n 2.35.4 gegen JanuaPort 0.28

Weg 1: Systeme direkt in n8n anbinden

So arbeiten die meisten Workflows heute:

  1. Für jedes System legen Sie in n8n ein Credential an, meist einen API-Schlüssel, und rufen das System über einen eigenen Knoten oder „HTTP Request“ auf.

  2. Der Schlüssel liegt damit in der n8n-Instanz. Wer den Workflow bearbeiten kann, kann ihn in der Regel auch nutzen. Betreibt die Agentur n8n, liegen die Schlüssel des Kunden bei der Agentur.

  3. Was der Workflow darf, bestimmt der Schlüssel. Viele Systeme kennen keine feinen Rechte je Schlüssel, dann darf jeder Workflow mit diesem Schlüssel alles.

  4. Ein Protokoll, welcher Workflow wann was im System getan hat, bauen Sie selbst, oder es fehlt.

Das funktioniert. Spätestens bei der Freigabe fragen IT, Datenschutz und Betriebsrat aber genau nach den Punkten 2 bis 4.

Weg 2: n8n über JanuaPort

JanuaPort ist ein MCP-Gateway, das der Kunde selbst betreibt. Die Systeme sind dort als Integrationen angebunden; n8n spricht nur noch mit JanuaPort.

  1. Token für den Workflow anlegen. In der Admin-Oberfläche unter Tokens, oder per Kommandozeile:

    jnpt token create --label "n8n-rechnungslauf"

    Der Token erscheint genau einmal. Tragen Sie ihn sofort in n8n ein, nicht in eine Datei.

  2. Nur die nötigen Werkzeuge freigeben. Ein neuer Token sieht nichts. Sie geben einzelne Werkzeuge frei, Schreibwerkzeuge immer einzeln:

    jnpt token allow <token-id> odoo:search_tasks
  3. Credential in n8n anlegen: Typ „Bearer Auth“, Feld „Bearer Token“ = der Token, ohne vorangestelltes „Bearer “.

  4. Knoten „MCP Client“ einstellen:

    FeldWert
    Server TransportHTTP Streamable
    Endpoint URLhttps://<ihre-anlage>/mcp
    AuthenticationBearer Auth
    Tooldas Werkzeug, z. B. odoo_search_tasks
    Input Modejson
  5. Werkzeugliste als Probe nutzen. Die Auswahl „Tool“ fragt JanuaPort live ab. Ist sie gefüllt, stimmen Adresse, Transport und Token. Ist sie leer, stimmt der Token oder die Adresse nicht.

  6. Ausführen und im Audit-Log gegenprüfen. Dort steht der Aufruf mit Zeit, Werkzeug, Ergebnis und dem Namen des Tokens. Freie Texte in den Argumenten stehen dort nur als [REDACTED].

Der Schlüssel zum System verlässt dabei nie den Tresor von JanuaPort. Wird der Workflow abgeschaltet oder wechselt die Agentur, widerrufen Sie nur den Token.

Was Sie wissen sollten

  • „MCP Client“, nicht „MCP Client Tool“. Beide Knoten heißen ähnlich. „MCP Client“ ruft ein festes Werkzeug auf, ohne Sprachmodell und ohne Modellkosten. „MCP Client Tool“ ist ein Werkzeug für den AI-Agent-Knoten, bei dem ein Modell entscheidet; diesen Weg haben wir gegen JanuaPort nicht getestet.

  • Kein „Retry on Fail“ an Schreibschritten. n8n bietet die Wiederholung je Knoten an. Bei einem Schreibwerkzeug kann das einen Vorgang doppelt auslösen. JanuaPort wiederholt Schreibvorgänge ebenfalls nicht.

  • Niemand bestätigt. In einem Workflow sitzt kein Mensch, der eine Rückfrage beantwortet. Die Grenze ist das Recht des Tokens: Geben Sie nur die Schreibwerkzeuge frei, die der Ablauf wirklich braucht.

  • Identity: Jeder Token zählt als eine Identity, auch der Token eines Workflows.

  • Geldbeträge: n8n macht aus 980.00 die Zahl 980. Wo Nachkommastellen zählen, nehmen Sie den Textwert aus content[0].text.

  • Gleicher Rechner: Läuft n8n in Docker auf demselben Host wie JanuaPort, erreichen Sie JanuaPort über host.docker.internal, nicht über localhost.

  • Datenschutz: Felder, die als sensibel festgelegt sind, etwa Kundennamen oder IBANs, kommen auch in n8n als Kürzel an — nach festen Regeln, ohne KI dazwischen. Hängt hinter dem Knoten ein KI-Modell, sieht dessen Anbieter, was der Workflow über JanuaPort abruft.

Was wir geprüft haben, und was nicht

Erprobt ist der Knoten „MCP Client“ in n8n 2.35.4 gegen eine lokale JanuaPort-Instanz (Version 0.28): Werkzeugliste, lesender Aufruf, Antwort und Audit-Eintrag. Nicht erprobt sind ein Schreibwerkzeug über n8n, der Knoten „MCP Client Tool“ und andere n8n-Versionen. Feldnamen können sich zwischen n8n-Versionen unterscheiden.

Häufige Fragen

Brauche ich dafür ein Sprachmodell?
Nein. Der Knoten „MCP Client“ ruft ein festes Werkzeug auf. Ein Modell kommt nur ins Spiel, wenn Sie den AI-Agent-Knoten nutzen.
Welche Systeme kann n8n so erreichen?
Alle, die in JanuaPort angebunden sind: fertige Vorlagen wie Odoo, Lexware Office oder ein Microsoft-365-Postfach, und jedes andere System über eine REST-Integration, eine Datenbank, eine Dateiablage oder einen vorgeschalteten MCP-Server.
Was passiert, wenn der Token in falsche Hände gerät?
Er kann nur die freigegebenen Werkzeuge aufrufen, und jeder Aufruf steht im Protokoll. Widerrufen wirkt ab der nächsten Anfrage.

Für Agenturen

Sie bauen für Ihre Kunden Abläufe mit n8n? Dann kennen Sie die zwei Hürden: Jedes Projekt baut die Anbindung neu, und am Ende fragen IT, Datenschutz und Betriebsrat, wer was darf und wo die Schlüssel liegen. Mit JanuaPort liegen die Zugangsdaten beim Kunden, Ihr Ablauf bekommt einen Token mit genau den Rechten, die er braucht, und jeder Aufruf steht im Protokoll.