Warum viele Werkzeuge einen Agenten schlechter machen
Es liegt nahe, einem Agenten möglichst viel zu geben: alle Endpunkte, alle Systeme, für alle Fälle. Das Gegenteil hilft ihm. Drei Gründe:
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- alle Endpunkte, alle Systeme, für alle Fälle
Ratgeber
Stand: 24. Oktober 2026
Ein KI-Agent mit wenigen, gut beschriebenen MCP-Tools wählt öfter das richtige und braucht weniger Kontext als einer, der die ganze API sieht. Darum verbessert der Zuschnitt die Qualität eines Agenten und ist nicht nur eine Frage der Sicherheit. Ein Schnitt gibt ihm Leitplanke und Fokus zugleich.
Dieser Artikel vertieft einen Baustein aus dem Überblick Harness Engineering: die Werkzeuge.
Es liegt nahe, einem Agenten möglichst viel zu geben: alle Endpunkte, alle Systeme, für alle Fälle. Das Gegenteil hilft ihm. Drei Gründe:
Alles, was ein Agent sieht, landet in seinem Kontextfenster, auch die Beschreibung jedes Werkzeugs, das er nie benutzt. Mit wachsendem Kontext arbeiten Sprachmodelle weniger verlässlich. Dieses Phänomen heißt Context Rot. Der Forschungsbericht „Context Rot: How Increasing Input Tokens Impacts LLM Performance“ von Chroma (Juli 2025) hat das an 18 Modellen gezeigt, schon bei bewusst einfachen Aufgaben. Werkzeuge, die der Agent nicht braucht, sind deshalb nicht neutral: Sie verdrängen Aufmerksamkeit, die der eigentlichen Aufgabe fehlt.
Je mehr Werkzeuge ähnlich klingen, desto leichter greift der Agent daneben: Rechnung oder Beleg, Kontakt oder Kunde, lesen oder suchen. Jedes Werkzeug, das er nicht sieht, kann er auch nicht falsch wählen.
Werkzeugbeschreibungen werden bei jeder Anfrage mitgeschickt. Ein schmaler Werkzeugsatz hält jede Anfrage kleiner. Wie viel das spart, hängt von Modell, Client und Aufgabe ab. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht.
Aus dem breiten Licht einer API wird ein gebündelter Strahl, ausgerichtet auf genau eine Aufgabe. Der Schnitt geschieht in vier Stationen.
Ein Beispiel aus der Buchhaltung
Beispiel
Eine moderne Geschäfts-API bietet Dutzende oder Hunderte Endpunkte. Sie ist für Programmierer gebaut, die genau wissen, was sie aufrufen. Ein Agent dagegen muss aus den Beschreibungen erraten, was er braucht.
Der erste Schnitt legt fest, welche Endpunkte überhaupt zum Werkzeug werden, und beschreibt jedes so, dass der Agent es richtig einsetzt: Name, Zweck, Parameter mit erlaubten Werten. Was nicht beschrieben ist, gibt es für den Agenten nicht.
Der zweite Schnitt gilt je Agent. Jeder Agent bekommt einen eigenen Zugang mit Rechten je Werkzeug. Was er nicht darf, sieht er nicht. Eine Sicht schneidet zusätzlich je Zweck zu, etwa einen eigenen Endpunkt nur für die Buchhaltung.
Am Ende sieht der Agent die Handvoll Werkzeuge, die seine Aufgabe braucht. Feste Abläufe aus mehreren Aufrufen lassen sich zusätzlich zu einem einzigen Werkzeug bündeln. Dann muss der Agent die Schritte nicht selbst zusammensetzen.
Beispiel zur Veranschaulichung, keine vollständige Liste einer bestimmten API.
Eine Buchhaltungs-API bietet unter anderem Endpunkte für Kontakte, Artikel, Angebote, Rechnungen, Gutschriften, Belege, Zahlungen, Dateien und Ereignisse, jeweils mit Lesen, Anlegen und Ändern.
Die Aufgabe lautet: „Erinnere freundlich an überfällige Rechnungen.“ Dafür braucht der Agent drei Werkzeuge: 1. Überfällige Rechnungen lesen 2. Kontakt zu einer Rechnung lesen 3. E-Mail-Entwurf anlegen, im Postfach, nicht in der Buchhaltung
Der Agent sieht nichts, womit er buchen, stornieren oder Stammdaten ändern könnte. Er kann sich nicht vergreifen, und sein Kontext bleibt frei für das, worauf es ankommt: den richtigen Ton und die richtige Rechnung. Ob die Erinnerung rausgeht, entscheidet ein Mensch, der den Entwurf liest.
JanuaPort ist die Schicht, in der der Zuschnitt passiert, zwischen Ihren Agenten und Ihren Systemen.
Zu den freigegebenen Werkzeugen kommen auf jedem Zugang wenige Basis-Werkzeuge, etwa für den Katalog und für Problemmeldungen.
Mehr dazu: Sichten und Bündelung · Rechte je Werkzeug · JanuaPort als MCP-Gateway
| Schnitt | Was JanuaPort tut | Stand |
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| Integration | Nur Werkzeuge, die in der Beschreibung einer Integration stehen, werden angeboten. Bei angebundenen MCP-Servern gilt eine Pflicht-Liste der durchgereichten Werkzeuge |
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| Zugang | Jeder Agent hat einen eigenen Zugang mit Rechten je Werkzeug, nach dem Prinzip „deny by default“. Was er nicht darf, sieht er nicht |
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| Sicht | Eigene Endpunkte je Team oder Zweck mit einem zugeschnittenen Werkzeugsatz |
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| Bündeln | Der Skript-Läufer macht aus einem festen Ablauf ein einzelnes Werkzeug |
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So wenige, wie seine Aufgabe braucht. Eine feste Zahl gibt es nicht. Jedes Werkzeug, das der Agent nicht braucht, kostet Kontext und ist eine Gelegenheit, das falsche zu wählen.
Context Rot bezeichnet die Beobachtung, dass Sprachmodelle mit wachsendem Kontext weniger verlässlich arbeiten. Werkzeugbeschreibungen gehören zum Kontext. Ein schmaler Werkzeugsatz lässt mehr Platz für die eigentliche Aufgabe.
Ja, weil weniger Werkzeugbeschreibungen mitgeschickt werden. Wie viel, hängt von Modell, Client und Aufgabe ab.
Zum Teil. Die Sicherheitsgrenze ziehen die Rechte je Zugang: Was ein Agent nicht darf, sieht er nicht. Eine Sicht ist ein zusätzlicher Zuschnitt für den Fokus, aber keine Sicherheitsgrenze.