Ratgeber

KI-Kompetenz nach Art. 4 der KI-Verordnung: am konkreten Einsatz sichern und belegen

Stand: 2. Oktober 2026

Die kurze Antwort

Wer im Unternehmen KI-Systeme einsetzt, muss nach Art. 4 der EU-KI-Verordnung Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz der Beschäftigten fördern. Das gilt seit dem 2. Februar 2025, auch für kleine Firmen; seit dem 27. Juli 2026 ist die Pflicht ausdrücklich als Pflicht zum Handeln gefasst, nicht als Garantie eines bestimmten Kompetenzniveaus. Ein Zertifikat verlangt das Gesetz nicht. Am besten belegt man KI-Kompetenz dort, wo sie gebraucht wird: am einzelnen Einsatz, mit Zweck, Grenze und Eskalation.

Faktenbox

Rechtsgrundlage
Art. 4 Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)
Gilt seit
2. Februar 2025
Fassung
neu gefasst durch Verordnung (EU) 2026/1744 („Digital Omnibus zur KI“), Amtsblatt L vom 24. Juli 2026, in Kraft seit 27. Juli 2026: Pflicht zum Unterstützen, keine Garantie eines Kompetenzniveaus
Wer
Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, unabhängig von der Unternehmensgröße
Zertifikat
nicht vorgeschrieben
Maßstab
Vorwissen der Beschäftigten und Kontext des Einsatzes

Quellen: EUR-Lex 2024/1689 · EUR-Lex 2026/1744 · Themenseite der Bundesnetzagentur

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Gilt die KI-Kompetenzpflicht auch, wenn wir nur ChatGPT oder einen ähnlichen Assistenten nutzen?

Ja. Art. 4 knüpft an den beruflichen Einsatz eines KI-Systems an, nicht daran, ob man es selbst entwickelt hat. Wer einen KI-Assistenten im Unternehmen einsetzt, ist Betreiber.

Brauchen wir ein Zertifikat für KI-Kompetenz?

Nein. Art. 4 schreibt kein Zertifikat und kein Siegel vor. Gefordert sind Maßnahmen, die die Kompetenz der Beschäftigten fördern und zum Einsatz passen.

Was hat der Digital Omnibus 2026 an der KI-Kompetenzpflicht geändert?

Die Verordnung (EU) 2026/1744 hat Art. 4 zum 27. Juli 2026 neu gefasst. Vorher sollten Unternehmen nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherstellen. Jetzt müssen sie Maßnahmen ergreifen, die die Entwicklung der KI-Kompetenz unterstützen, und ein bestimmtes Niveau einzelner Personen ausdrücklich nicht garantieren. Die Pflicht besteht weiter, sie ist aber als Pflicht zum Handeln gefasst.

Was ist ein KI-Mandat?

Ein kurzes Dokument je KI-Einsatz: Zweck, Grenze, Eskalation, Verantwortlicher und die Kontrollen, mit denen man Ergebnisse prüft. Das Gesetz verwendet den Begriff nicht; in der Praxis wird so ein Nachweis-Dokument teils so genannt.

Übernimmt JanuaPort die KI-Kompetenzpflicht für uns?

Nein. Verantwortlich bleibt das Unternehmen, das die KI einsetzt. JanuaPort hilft beim Aufbau und Nachweis: mit Pflichtfragen vor jedem Bau, einem Steckbrief samt KI-Mandat je Anwendungsfall und einem Protokoll jedes Aufrufs eines freigegebenen Werkzeugs.

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